Geschichte der Bewohner
Die wechselvolle Geschichte der Bewohner
Im Jahr 1712 starb das Geschlecht Van den Bergh aus. Das Schloss mit den dazugehörigen Besitztümern ging über die weibliche Linie an das süddeutsche Geschlecht Von Hohenzollern-Sigmaringen über.
Berühmte Bewohner
Der älteste bekannte Stammvater des Geschlechts Van den Bergh ist Constantinus I de Monte (van den Bergh), der um das Jahr 1075 geboren wurde. Er wurde als „Nobilis“ (Edelmann) bezeichnet, was auf adelige Herkunft schließen lässt.
Frederik III (1400) war der letzte Herr Van den Bergh aus dem ursprünglichen Geschlecht. Frederik III hatte eine Tochter, die Otto van der Leck heiratete. Ihr Sohn Willem II war der Nachfolger seines Großvaters als Herr Van den Bergh und lebte von 1404 bis 1465. Er nannte sich ab 1441 Van den Bergh. Verheiratet war er mit Locka van Bentheim. Unter seiner Herrschaft wurde der Berghsche Besitz um die Schlösser Didam und Ulft erweitert. Ihm folgte sein Sohn Oswald I (1442-1506). Oswald I wurde 1486 von Kaiser Friedrich II zum Reichsgrafen ernannt.
Graf Oswald III (1656-1712) war der letzte Bergsche Graf aus dem alten Geschlecht. Er lebte wie ein Grand Seigneur, ließ seine Schlösser umbauen, besaß eine Vergnügungsjacht, die in Emmerich lag, und einen großen Personalbestand. Er heiratete Leopoldina van Ost-Friesland- Rietberg. Ihre Ehe blieb kinderlos. In seinem Testament ernannte er seine Schwester Maria Clara, die mit Maximilian von Hohenzollern-Sigmaringen verheiratete war, zu seiner Erbin.
Die Hohenzollerns zeigten kein großes Interesse an ihrem niederländischen Besitz. Der Grundbesitz wurde unter ihrer Herrschaft zum größten Teil verkauft. Der Verkauf von Huis Bergh und aller dazu gehörenden Rechte und Besitztümer an Jan Herman van Heek im Jahr 1912 durch Fürst Wilhelm bedeutete daher auch die Rettung des alten Schlosses.
Eine kleine Auswahl unserer Bewohner:
Willem IV (1537-1586)
Willem IV verbrachte seine Jugend am Habsburger Hof in Brüssel. Hier ist er zweifellos auch Wilhelm von Oranien begegnet. Willem IV heiratete 1556 Maria von Nassau, eine jüngere Schwester von Wilhelm von Oranien. Das Ehepaar bekam 16 Kinder.
Erschüttert von der Verhaftung der Grafen von Egmont und Hoorne durch den Herzog von Alva zog Willem IV Ende 1567 mit seiner Familie nach Köln. Die Familie teilte sich: Die ältesten Söhne gingen auf die Dillenburg, wo sie in Gesellschaft von Prinz Maurits von Oranien aufwuchsen. Graf Willem IV versuchte, seinen Besitz zurückzuerobern, was ihm zweimal missglückte. Erst im Rahmen der Pazifizierung von Gent im Jahr 1575 wurde er wieder in seinen Stand eingesetzt. Er schloss sich dem Aufstand gegen die spanische Krone an und wurde 1581 Statthalter von Gelderland.
Schon in dieser Zeit geriet er mit dem Herzog von Parma in Kontakt- wegen eines eventuellen Überlaufens auf die spanische Seite. 1583 wurden in seinen Gemächern am herzöglichen Hof in Arnheim ihn sehr belastende Papiere gefunden. Willem IV wurde verhaftet und erst nach der Erzielung eines Vergleichs im Jahr 1584 freigelassen. Er ließ sich in seinem Haus Ulft nieder, wo er 1586 starb.
Sein „Verrat“ muss als Reaktion auf die Tatsachegesehen werden, dass er sich als Reichsgraf in seiner Ehre gekränkt fühlte, da seine Ernennung zum Statthalter von Gelderland sehr schwierig verlaufen war und er keine Reparationszahlungen für die Verwüstung seiner Besitztümer erhielt.
Herman van den Bergh (1558-1611)
Herman folgte seinem Vater und machte Karriere unter spanischer
Flagge. 1593 wurde er zum Statthalter des spanischen Gelre ernannt. 1591 war er Kommandant der spanischen Truppen in Deventer während der Belagerung durch Prinz Maurits. Hier begegneten sich die beiden Cousins und umarmten sich lange. Er heiratete Maria Mencia, Markisin von Bergen op Zoom. 1609 ließ er sich zu Beginn des zwölfjährigen Waffenstillstands im frisch renovierten Huis Bergh nieder. Er hatte keine Söhne, lediglich eine Tochter, Maria Elisabeth Clara.
Die Nachfolge von Graf Herman trat sein Cousin Graf Albert van den Bergh (1607-1657) an, ein Sohn des jüngere Bruders von Graf Herman, Frederik van den Bergh. Albert heiratete seine Cousine Maria Elisabeth Clara, so dass der gesamte Berghsche Besitz wieder in eine Hand kam. Diese Gräfin hatte ein tragisches Schicksal: Sie gebar vier tote Kinder und starb 1633 bei der Geburt ihres letzten Kindes.
Johan Baptist van den Bergh en Hohenzollern (1728-1781)
Johan Baptist war geisteskrank. Er beging zwei Morde und wurde schließlich von seiner Familie im Schloss Haigerloch eingesperrt. 1747 hatte er Maria Benonina, Gräfin van Lodron, geheiratet. Aus dieser Ehe wurden keine Kinder geboren.
Nach dem Tode von Johan Baptist hat seine ältere Schwester, Johanna Josephina (1727-1787), die mit ihrem vollen Cousin Karl Friederich von Hohenzollern-Sigmaringen verheiratet war, noch sechs Jahre lang die Grafschaft Bergh regiert. Nach ihrem Tod ging die Grafschaft an den Hauptzweig des Geschlechts Von Hohenzollern-Sigmaringen.